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Reisebericht Nord Sulawesi Mai 2011

Samstag, den 14.05.2011
Gestern bin ich in Manado angekommen und wurde auf’s herzlichste von Roman, dem Besitzer der Ocean Rover in Empfang genommen. Wir hatten uns zwar erst vor ein paar Monaten auf der BOOT in Düsseldorf gesehen, aber die Freude war riesig. Und mit Roman habe ich hier einen Ansprechpartner, der Land und Leute und vor allem die Hotels und Tauchbasen sehr gut kennt.

Die Fahrt war atemberaubend. Es ist unglaublich wie alles hier blüht. Nach Abschluss der Regenzeit schlagen alle Bäume und Büsche aus und die ganze Gegend ist eine Blütenpracht. Mai/Juni ist eindeutig die schönste Jahreszeit hier - noch nicht zu warm, trocken und doch alles mit frischen Farben.

Und was auffallend ist, sind die vielen Kreuze, die überall entlang der Straßen stehen. „Frohe Ostern“ steht darauf - und so bleibt es bis Weihnachten.

In jeder Stadt, jedem kleinen Dorf stehen bis zu fünf Kirchen (es gibt in Nord-Sulawesi fünf christlichen Richtungen) und eine Moschee. Die verschiedenen Religionen leben friedlich nebeneinander. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass am Wegesrand lila Kreuze mit roten Kreuzen um die Aufmerksamkeit konkurrieren.

Beim ersten Resort, dem Cocotinos Resort fiel mir sofort das lustige Vogelgezwitscher auf, das munter aus den vielen Bäumen und Büschen zwischen den Bungalows erklang. In diesem kleinen Resort fällt sofort die freundliche Atmosphäre auf und man findet hier alles was das das Urlauberherz begehrt. Die Zimmer sind freundlich und zweckmäßig eingerichtet. Und die „Beach-Edge“- Zimmer sind geradezu luxuriös mit einem Jacuzzi vor einem riesigen Fenster mit direktem Meerblick. Leider hat das Resort keinen Strand. Dafür ist aber der Tauchshop, geführt von den Odyssea-Divers sehr professionell, inkl. Tek-Dive. Und die Insel Bunaken mit vielen interessanten Dive-Spots liegt gleich gegenüber – max. 30 Min mit dem Boot entfernt. Und schon jetzt freue ich mich auf meine ersten Tauchgänge in den nächsten Tagen.

Gleich nebenan liegt das Kima Bajo Resort. Auf einem ausgedehnten, hügeligen Gelände liegen die großen Bungalows und das Lang-Haus. Sowohl die Bungalows als auch die Zimmer im Lang-Haus sind sehr schön eingerichtet und überzeugen mit allen Bequemlichkeiten. Vorne ist ein kleiner Strand mit braunem Sand und bequemen Liegen. Das inmitten des üppigen Garten gelegene Spa hat in mir den Wunsch nach einer traditionellen Massage geweckt und Roman hat mir zugezwinkert und „da musst Du noch ein ganz klein wenig Geduld haben“ gesagt – aber dazu später mehr.
Die Tauchbasis wird von den Eco Divers geführt und ist mit allem ausgestattet, was dazu gehört Und hier hat mich eine Überraschung erwartet: der in ganz Nord Sulawesi bekannte Italiener Andrea Bensi hat neulich die Leitung übernommen. Schade, dass ich heute nicht mehr tauchen kann.

Danach haben wir zwei kleine familiäre Resorts für den kleinen Geldbeutel besucht: 4 Fish Resort und Bahowo Lodge. Beide sind sehr gemütlich und sauber, liegen aber nicht am Strand. Da es nun schon auf den Abend zuging kamen gerade Taucher zurück, die alle ganz begeistert waren. Das Handling ist völlig unkompliziert. Die Taucher werden morgens von den Thalassa Divers, die im Santika Resort gleich um die Ecke ansässig sind abgeholt und nach den Tauchgängen wieder zurück gebracht. Allerdings darf man in diesem zwei Resorts keinen großen Service oder gar Animation erwarten, dafür aber Ruhe und einen lässigen Urlaub.

Im Santika Resort habe ich mir dann nur die Tauchbasis angeschaut, die von Simone, einer Holländerin, geführt wird und sehr gut organisiert ist.

Und pünktlich zum Sonnenuntergang kam ich im Tasik Ria Resort an. Gleich beim Betreten der Lobby fiel mir der chinesisch angehauchte Stil auf. Hintergrund: Der Besitzer Daniel (deutsche Mutter, indonesischer Vater) ist mit einer Singapur-Chinesin verheiratet. Und hier wurde auch meine Geduld belohnt. Jeder Gast bekommt bei seiner Ankunft eine fünfzehnminütige Entspannungsmassage als Willkommens-Geschenk und diese tat mir richtig gut. Dieses große schöne Resort hat ein sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis. Die Bungalows und Zimmer sind groß und mit allen Bequemlichkeiten eingerichtet. Eine große Poolanlage, ein üppiger Garten und ein See schaffen ein sehr schönes Ambiente. Das große, in sich abgeschlossene Spa mit eigenem Pool bietet alle möglichen Anwendungen an.
Der Tauchshop der Tasik Ria Divers ist sehr modern eingerichtet, hat nigelnagelneues Equipment und zwei große Tauchboote. Ich freue mich auf meinen ersten Tauchgang morgen früh

Sonntag, den 15.04.2011

Heute war Tauchen angesagt. Die Tauchplanung sieht so aus, dass man morgens rausfährt nd zwei Tauchgänge macht. Zwischen den Tauchgängen wird auf dem Boot ein einfaches Lunch serviert: Kaffee, Tee und Kakao, Sandwiches und Kekse. Wir fuhren in den Bunaken Nationalpark und hatten zwei sehr angenehme Tauchgänge. Bunaken ist vulkanischen Ursprungs und steigt senkrecht aus 500 m Tiefe aus dem Meer auf. Um die ganze Insel erstreckt sich ein Riffdach. Das heißt fast alle Tauchgänge hier sind spektakuläre Steilwand-Tauchgänge. Und es gibt viel zu sehen. Napoleons, Schildkröten, Tunas, Stingrays und ab und zu einen Hai. Und dann zusätzlich noch ein vielfältiger Makrobereich. Mein Lieblingstauchplatz heute war Lekuan II. Eine wellenförmige Steilwand, die nach jeder Windung ein neues Bild zeigt – vom feinsten.
Der dritte Tauchgang am Nachmittag haben wir dann am Tasik Ria Hausriff gemacht. Dort beeindrucke eine Graswiese in der es nur von Leben so krabbelte. Ein gemütlicher und ungemein interessanter Tauchgang.

Montag, den 16.05.2011

Heute war Sightseeing mit Roman von der Ocean Rover angesagt. Nach einer kurzen Strecke an der Küste entlang Richtung Süden erreichten wir das Minahasa Lagoon Resort. Wie mit Danny, dem Besitzer, schon auf der BOOT in Düsseldorf verabredet, führte er uns durch sein Reich. Das Resort hat nur wenige Bungalows, die auf einem großen Grundstück verteilt sind. Der moderne Stil der Bungalows, des Restaurants und überhaupt das ganze Ambiente hat mir sehr gut gefallen. Es ist ein Resort in der oberen Preiskategorie, aber hier werden die Gäste auch auf’s Feinste verwöhnt. Besonders ein Restaurant oben am mit dichtem Urwald bewachsenen Hang ist einer der idyllischten Orte, die ich bislang auf meinen Reisen gesehen habe. Leider war es zu dieser frühen Morgenstunde noch nicht geöffnet, aber vielleicht finde ich nochmal Zeit zum Dinner zurück zu kehren.
Das Resort hat natürlich einen modern ausgerüsteten Tauchshop mit einem mehrsprachigen Tauchteam.
Aber für mich ist dieses Resort nicht nur für Taucher interessant. Durch die parkähnliche Landschaft, die hervorragenden Wellnesseinrichtungen, ein Pool von dem man über das Meer blickt und das ganze Wohlfühl-Ambiente verspricht es einen erholsamen Urlaub.

Und dann ging es weiter hinauf in das blühende Minahasa Hochland. Mehrere vulkane liegen hier dicht beieinander - einer hat sogar noch einen brodelnden Krater. Deren Spitze war aber in Wolken verhüllt, daher wählten wir einen niedrigeren für eine kurze Trekking-Tour, die sich aber wirklich gelohnt hat. Laut Roman ist es gar kein Problem einen einheimischen Führer für diese Touren zu engagieren.
Dann ging es wieder zu einem großen See mit Fischsucht und dort mussten zwei große Fische unseretwegen das Leben lassen - lecker, lecker, lecker.

Mit neuen Kräften erreichten wir einen erstaunlichen Ort: niemals hätte ich hier im Hochland eine „Fertighausausstellung“ erwartet. Hier werden die typischen Minahasa-Stelzenhäuser aus Holz ausgestellt und serienmäßig produziert. Plant jemand ein neues Haus sucht er sich hier eines aus und dieses wird dann an entsprechender Stelle aufgebaut. Und dieses Prinzip gibt es schon länger als die Fertighausausstellungen in Deutschland modern wurden. Da wundert man sich doch sehr.

Auf der Weiterfahrt waren lange Schlangen wartender Autos vor jeder Tankstelle zu sehen. Die Benzin- und Diesel- Lieferungen hatten versagt und dann war es auch noch Feiertag und alles wollte mit dem Auto fahren. Wie war das Ostern in Deutschland?

Schließlich kamen wir an einer Felswand an, wo Schwefeldämpfe in die Höhe stiegen. Der ganze Hang brodelte und Stank nach Schwefel. Oberhalb der Quellen lagen fünf Gotteshäuser, eines für jede der fünf Hauptreligionen. Das Ganze steht als ein Symbol der Eintracht der Religionen. Aber warum man einen Ort gewählt hat, wo die Häuser der Glauben von Schwefeldämpfen eingehüllt sind...

Eine heilige Stätte ganz anderer Art war der große Stein, der „schlafende Elefant“ der unweit davon lag. Uralte, primitive Zeichen waren eingeritzt. Der Stein wird immer noch verehrt und es mutete mir an, dass auch ich eine merkwürdige Kraft spürte.
Und zu guter Letzt ging es zur zweitgrößten Christusstatue der Welt. Und im ersten Moment bekam ich einen Schreck. Mit erhobenen Armen, einem grimmigen Gesichtsausdruck und schräg in der Luft mit wehender Kleidung stehend, sieht er aus als ob er jeden Moment abheben könnte.

Fotogalerie Minahasa Hochland

Als letzter Programmpunkt war wieder ein Resort dran. Das Murex Resort st das älteste Resort in Nord Sulawesi. Der Gründer, ein Arzt ist eine lebende Legende: er war der erste, der die fantastischen Tauchplätze in Nord Sulawesi entdeckte.
Das Murex Resort hat Bungalows auf einem relativ großen Grundstück mit Swimmingpool. Die Zimmer haben A/C, Ventilator, große Bäder mit Warmwasser und Minibar.
Selbstverständlich steht ein gut ausgestatteter Tauchshop zur Verfügung.
Dieses Resort lebt von seiner Tradition und ist für den Gast geeignet, der kleinere Resorts bevorzugt und auf Luxus keinen Wert legt.

Dienstag, den 17.05.2011

Heute ist ein Resortwechsel angesagt. Mein ganzes Gepäck wird auf das Tauchboot geladen und dann geht es Richtung Bunaken. Nach dem ersten Tauchgang legt das Boot an der öffentlichen Brücke an der Ostküste von Bunaken, unweit von dem Sea Breeze Resort, an. Und schon kommen Mitarbeiter von dem Resort um mein Gepäck zum Resort zu tragen. Und ich wandere am Strand entlang zum Resort und genieße den weißen Sand unter den Füßen. Den Strand gibt es allerdings nur bei Ebbe.

Im Sea Breeze werde ich herzlich von Terry, einem Australier und seiner indonesischen Frau Diana empfangen. Nachdem sie mehrere Tauchbasen erfolgreich geleitet hatten, haben sie sich vor neun Jahren mit einem eigenen Resort hier niedergelassen. Und mit Erfolg. Ihr guter Ruf hat mich hierher gebracht. Und ich wurde nicht enttäuscht. Es herrscht im Resort eine herzliche, familiäre Atmosphäre und man gehört als neuer Gast ganz schnell zur „Familie“. Die Bungalows aus Holz sind einfach aber sehr geschmackvoll gemacht. Wie ganz viele Resorts auf Bunaken hat auch das Sea Breeze nur Ventilatoren und (nicht kaltes) lauwarmes Wasser. Da aber die Temperatur nachts nicht unter 22 -23°C fällt, vermisst man heißes Wasser gar nicht. Vor jeder Hütte ist ein großer Balkon mit Stühlen und Hängematte. Das Restaurant liegt direkt am Wasser und wir konnten den Aufgang des Vollmondes bewundern. Wunderschön stieg er über dem Vulkan gegenüber auf.

Und dann ging es hinaus aus zum Vollmond-Tauchgang. Das wurde ein fantastisches Erlebnis. Die merkwürdigsten Tiere waren in der Nacht aktiv. Krabben mit einer Haube aus einem Schwamm, Krebse aller Art, riesengroße See- Spinnen und sogar ein Geisterpfeifen-Fisch.

Es ist ein neuer Tauchshop im Bau und wenn er fertig ist, dann haben die Unterwasser-Fotografen einen eigenen Raum mit Arbeitstisch und Stecker usw.

Die Tauchguides haben noch sehr großer Spaß an ihrer Arbeit, und es gibt kein Tauchlimit. Tauchgänge von 75 ja bis über 100 Min sind keine Seltenheit. Sogat Tech-Dives werden hier angeboten.

Mittwoch 18.05.2011

Heute stehen wieder Hotelbesichtigungen auf dem Programm – und das ist gar nicht so einfach. Momentan herrscht Benzinknappheit und einen Motorradfahrer für mich zu finden hat gedauert, obwohl normalerweise doch unzählige davon rumfahren. Aber schließlich geht es auf schmalen Zementwegen los und es ist nicht einfach die Resorts zu finden. Von der Landseite führen nur ganz schmale Fußwege mit steilen Treppen hinunter und die ganze Versorgung findet mit Booten statt . Ein logistischer Aufwand, den ich nicht erwartet hätte.

An der Südküste liegen zwei kleine, familiäre und recht bekannte Resorts: Froggies und Bastianos. Aber da zwischen beiden ein öffentlicher Bootssteg liegt, kommen hier hunderte von Tagestouristen an, daher gefällt mir die Lage nicht besonders und dies muss man bei Buchung wissen.

Wie fahren zurück auf die Ostküste und beginnen bei der Cha Cha Lodge, die am weitesten im Norden liegt. Das Treppensteigen wird mit einem atemberaubend schönen Anblick belohnt. Das Resort ist sehr geschmackvoll – teils japanisch angehaucht - eingerichtet. Das Cha Cha hat nur 10 Zimmer, bietet aber ein sehr schönes Ambiente und ist aber in der höheren Preiskategorie angesiedelt. Der Tauchshop macht einen guten Eindruck, leider war ich gerade während eines Tauchganges dort und habe keinen Diveguide angetroffen.

Weiter ging es zu Fuß 30 min. am Strand entlang und um Mangroven herum (zum Glück kam die Flut nicht gerade) zum Living Colours Resort. Dieses Resort wird vom finnischen Manager Jaakko geführt, der mir die einfach, aber zweckmäßig eingerichteten Bungalows zeigt, die über ein großes üppig grünes Geländeverteilt sind. Das Resort hat – wie konnte man es anders erwarten bei einem finnischen Manager – eine Sauna. Bei den Temperaturen die gerade herrschen, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie jemand eine Sauna besuchen würde, aber mir wird versichert, dass es im Winter gar nicht sooo warm ist. Nach 3 - 4 Tauchgängen kann es einem schon kalt werden, und dann wird die Sauna angemacht. Aber das Resort hat mir sehr gut gefallen


Von den nächsten drei Resorts ist nur eines wirklich interessant: das Two Fish Diving Resort. Auch dieses ist ganz klein aber fein. Ein großer Swimmingpool ist gerade im Bau und verspricht relaxte tage und schöne Abendstimmungen.

Nun geht es ein wenig eilig zum Lunch und schon kommt das Boot von Siladen anfahren. Siladen liegt nur einen Katzensprung von Bunaken entfernt und das Siladen Resort & Spa hat mich eingeladen hier zu übernachten. Es ist eine andere Welt. Von den bescheidenen gemütlichen Resorts auf Bunaken zu dem Luxus, den ich hier vorfinde. Riesengroße Bungalows mit einem enormen Bett, balinesisches Bad das teilweise nach oben offen ist und eine Zimmereinrichtung vom Feinsten. Die Küche stellt alles selber her, von Pasta (der Manager Danielle ist Italiener) zu Brot und Kuchen. Sogar Schokolade wird hier gemacht. Und als Daniele meinen Blick sieht, bekomme ich gleich vier Stück aus dem Tiefkühlfach überreicht. Das abendliche Büffet strotzt dann auch von den kostbarsten Desserts. Ich habe zu tiefst bedauert, dass ich die nicht alle kosten konnte. Da ich an diesem Tag nicht mehr tauchen gehen kann, schenkt mir Daniele eine Massage in dem schönen Spa. Ich finde, dass ich es mir nach dem anstrengenden Tag auch verdient habe und konnte richtig schön entspannen.

Donnerstag 19. Mai

Wieder muss ich zu meinem Bedauern ein schönes Resort verlassen. Ich fahre früh morgens zum Flughafen, wo mich das Auto von Gangga Island Resort erwartet. Dort erwartet mich Gaspare Davi mit einer herzlichen Umarmung und begrüßt mich in meiner Muttersprache – er hat mal 12 Jahre in Dänemark gearbeitet und beherrscht die Sprache seiner Frau Hanne noch perfekt. Die beiden betreiben seit 2001 das Gangga Diving Resort. Und in der Zwischenzeit sind zwei Hotels auf Bali und Gili Travangan dazugekommen. Und jetzt wollen sie auch in Raja Ampat ein Resort aufmachen.
Gangga hat 15 große Bungalow und ein sehr großes Gebäude das Speisesaal, Aufenthaltsraum, Rezeption und Küche unter einem großen Dach vereint. Es würde zu weit führen alles aufzuzählen, was mir an diesem Resort so gut gefällt. Alles ist sehr persönlich - von den Seifenspendern im Bad, den Bettdecken, den Leuchtern am Tisch - alles ist speziell für Gangga von Kunsthandwerkern gemacht. Man hat von Anfang an das Gefühl, dass jedes Detail durchdacht ist. Kein Wunder, das viele Gäste „Wiederholungstäter“ sind und wegen der persönlichen Atmosphäre gerne immer wieder kommen.

Freitag 20. Mai

Heute stehen drei Tauchgänge auf dem Programm. Und ich staune nicht schlecht, als ich die Tauchplätze sehe. Die Strömung ist zum Teil recht kräftig, aber es gibt sehr viel zu sehen. Zum ersten Mal ahne ich mehr die kleinen Seepferdchen als dass ich sie wirklich sehe - diese sind nicht mal halb so groß wie die Pygmäe–Seepferdchen, die ich öfters gesehen habe. Auch unter der Lupe sehe ich nur kleine Pünktchen, die hinauf und hinunter schweben. Erst als ich die Fotos am Abend auf dem PC sehe, kann ich sehen, dass es tatsächlich Seepferdchen sind und wunderschöne dazu.

Samstag 21. Mai

Wieder ein Abschied, der mir diesmal noch schwerer fällt. Und diesmal geht es mit Boot und Auto Richtung Bitung in der Lembeh Strait. Und dort sehe ich zum ersten Mal die Ocean Rover, die bei Bitung vor Anker liegt, in voller Pracht. Alles steht hier im Zeichen der Vorbereitungen für die lange Cruise in nur vier Tagen und nun freue ich mich noch mehr darauf. Die Benzinversorgung macht große Probleme, da die Beiboote sehr viel verbrauchen. Und dann geht es den ganzen Tag hin und her mit Boot und mit Auto zum Teil im heftigen Regen und Gewitter im Lembeh Strait um Hotels zu besuchen. Bescheidene und luxuriöse bis ich endlich bei Sonnenuntergang im Lembeh Resort mein Zimmer beziehen kann.
Es war wieder einen anstrengender Tag, aber jetzt kann ich mir ein genaues Bild von den Örtlichkeiten und Gegebenheiten machen.

Das Lembeh Resort liegt auf einem Hang auf der Südseite von Lembeh Strait. Ursprünglich wurde es von einer indonesischen Familie für den eigenen Bedarf gebaut aber schon bald erweitert und heute stehen dort 14 große Bungalows, eine Rezeption, ein Restaurant im ersten Stock, ein klitzekleines Spa und ein modern ausgerüstete Tauchshop. Die Manager sind das englisch/spanische Ehepaar Gomez.

Die Bungalows sind sehr groß und mit allem ausgestattet. Vom Restaurant und von den großen Holzterrassen vor den Zimmern hat man einen herrlichen Ausblick über das Wasser. Das Essen ist sehr lecker und auch bei gebuchter Vollpension kann man a la carte essen.
Die Tauchguides haben mir in den zwei Tagen so viele Tiere gezeigt, die ich noch nie vorher gesehen habe. Und so gewöhnt man sich gern an den schwarzen Sandboden in der Lembeh Strait. Sogar den sehr seltenen Mimic Octopus haben sie für mich gefunden. „Muck-Diving“ heißt es hier. Und das Gerücht, das die Lembeh Strait von Müll übersät, wäre kann ich überhaupt nicht bestätigen.

Montag 23.5.2011

Nach zwei Nächten geht es quer über die „Strait“ und etwas weiter im Norden liegt das schöne, kleine Kasawari Hotel. Ein richtiges Boutique Hotel mit nur 10 Bungalows und Villen um einen kleinen Platz herum, inmitten eines blühenden Gartens (sogar ein Avocadobaum fehlt hier nicht), einem Restaurant im ersten Stock über der Rezeption und es gibt ein Extra-Raum für Fotografen. Ein sehr großzügig bemessener Tauchshop liegt unten am Wasser. Die Küche ist sehr gut und verwöhnt mit leckerem Essen.
Und die Tauchguides sind wieder wahre Wunder, sie haben Augen wie Adler: seltene Wonderpusse und Lowarm Octopus sind an der Tagesordnung. Wie sie sie im Sand finden können, ist mir ein Rätsel. Wenn wir über das Wasser hin und her kreuzen, um zu den Tauchplätzen zu kommen, sehe ich im Süden Ocean Rover liegen und ich freue mich bereits auf den Anfang des Turns.

Mittwoch 25.05.2011

Heute morgen habe ich als erster Gast auf der Ocean Rover eingecheckt und habe eine ganz persönliche Führung durch den Besitzer Roman Szalay bekommen. Und diese war beeindruckend: alles ist sehr gepflegt, die Kabinen sind für ein Liveaboard sehr geräumig und schön eingerichtet und ich habe den Sonnenuntergang auf dem Oberdeck erlebt und werde diesen ganz sicher keinen Abend verpassen. Hier gibt es auch eine moderne Kaffemaschine und eine Kühltruhe, so dass man zu jeder Zeit darauf zugreifen kann. Eine Etage tiefer befindet sich ein sehr schöner Salon, in dem auch die Mahlzeiten in Buffet-Form serviert werden. Sehr reichhaltig und lecker und für jeden Geschmack ist etwas dabei. Hier gibt es auch einen sehr gut ausgestatteten Bereich für die Unterwasserfotografen und eine gut sortierte Bibliothek. Und ganz besonders beeindruckt hat mich das sehr große Tauchdeck, das fast auf gleicher Höhe wie der Wasserspiegel ist. Sicher wird dadurch der Einstieg in die beiden Schlauchboote sehr einfach sein. Jeder Taucher hat seinen Platz für das Equipment und das überaus freundliche und hilfsbereite Personal nimmt einem so gut wie jeden Handgriff ab. Getaucht wird in kleinen Gruppen von maximal 3 Tauchern pro Guide und ich bin schon gespannt auf die nächsten 14 Tage, die mich zu den spektakulären Dive Spots bei den Inseln und Vukanen unter und über Wasser nördlich von Sulawesi führen werden. Leider gibt es dort kein Internet. daher werde ich jetzt abtauchen und meine Eindrücke sofort nach meiner Rückkehr in die "Zivilisation" nachreichen

Montag,30.052011

Wir sind jetzt seit fünf Tagen unterwegs. Jede Nacht fahren wir einige Stunden weiter zur nächsten Insel. Das Wetter ist mal sonnig mal bedeckt und eine Nacht wurden wir ordentlich durchgeschaukelt als das Schiff zwischen zwei Inseln durchfährt. Aber nach kurzer Zeit waren wir wieder gut geschützt an einer Insel verankert.
Einige Inseln haben einen Vulkan, der noch aktiv ist. Die Spitze ist anscheinend immer von Wolken bedeckt, die aber lediglich aus dem Rauch bestehen, der aus dem Krater kommt. Roman erzählt, dass vor kurzem ein Krater sogar ein wenig Feuer gesprüht hat.

Noch beeindruckender sind die Unterwasservulkane. Zwei davon haben wir betaucht. Von dem ersten steht noch eine „Pinnacle“, eine hohe, schmale Spitze. Beim Early Morning dive (mit etwas Strömung)haben wir Büffelkopf Papagaienfische, Haie, Tunas, Barrakudas, Jackfish, Süsslippen, Napoleons, ach eigentlich alles was es an Großfische so gibt gesehen – außer Mantas. Es gibt sie aber hier. Dafür haben wir eines Abends Delphine gesehen, die ganz nahe am Boot vorbei kamen.

Am zweiten Vulkan zeigte sich ein ganz anderes Bild. Wir tauchten in einer fantastischen Landschaft von rotgelben Steinen mit Korallen, als man nirgendwo sonst sieht. Große Fischschwärme zogen um heiße Unterwasserquellen und durch große Gebiete in denen überall aus Ritzen Luftblasen hinaufstiegen. Es sah wunderschön aus in der Sonne.

Sonst haben wir wunderschöne Steilhänge mit vollkommen ungestörten und gesunden Korallen betaucht. An anderen Orten waren Hänge mit weißem oder schwarzem Sand und einzelne Korallenblöcke. Nach jedem Tauchgang konnten wir feststellen, dass wir unglaublich viele verschiedene Tiere gesehen haben. Da es eine Explorer Tour ist, wusste manchmal niemand so genau was uns unten erwartet. Dieses Gebiet wird seit 15 - 20 Jahren gar nicht betaucht. Erst seit 2010 macht Ocean Rover diese Touren und nach und nach werden jetzt die schönsten Plätze entdeckt.

Sonst werden wir hier wirklich verwöhnt. Roman und seine Crew lesen uns jeden Wunsch von den Augen ab. Nach jedem Tauchgang werden wir mit trockenen, warmen Handtüchern empfangen. Nach dem Early Morning Dive gibt es Frühstück, nach dem zweiten Lunch, nach dem ersten Nachtmittagstauchgang einen leckeren Schnack und nach dem Letzten das Dinner. Das Essen ist sehr vielfältig und schmeckt ausgesprochen gut. Der Koch bemüht sich auch indonesische Gerichte nach europäischem Geschmack zu kochen und Roman hat von überall her Sachen besorgt, die es in Manado eigentlich gar nicht gibt. Wer hier nicht mit ein paar extra Kilos nachhause kommt, ist selber schuld.

Wir freuen uns auf die nächsten 8 Tage. Es wird bestimmt ganz viele schöne Tauchgänge geben.

07. Juni 2011
Meine „Vorahnungen“ haben sich bestätigt: bei jedem Tauchgang gab es so viel zu sehen, das schon auf dem Tauchdeck Sichtungen verglichen wurden und später natürlich die unendlich vielen Fotos. Und die zahlreichen Bestimmungsbücher auf der Ocean Rover wurden eifrig benutzt, denn vieles hatten die meisten von uns noch nie gesehen.
Unsere ständige Begleiter waren Büffelkopf-Papagaien-Fische (englisch: Bumpheads) und Napoleons - manche wahre Riesen. Und im Makro-Bereich gab es so vieles, das eine Liste den Platz hier sprengen würde.

Am 5. Juni waren wir wieder in der Nähe der Küste Nord-Sulawesis. Bei zwei Tauchgänge an Bangka Island wurden dort erstaunlicherweise Bumpheads und sogar ein paar White Tipp Haie gesehen.
Und in der letzten Nacht in der Lembeh Strait wurde beschlossen einen Nachttauchgang zu machen, die Erwartungen etwas neues zu sehen war eher niedrig, da wir ja schon einige Tauchgänge hier gemacht hatten.

Und dann entwickelte es sich zu dem wohl spektakulärsten Nachttauchgang auf der ganzen Tour. Alle paar Minuten tauchten neue unglaubliche Tiere in den Lichtkegeln der Taschenlampen auf. Puffer-Fische wimmelte nur so um uns herum - alle voll aufgeblasen, es liefen merkwürdige Krabben und Spinnen herum und Sterngucker und Oktopusse versteckten sich im Sand. Unglaublich, imposant, einmalig, außerordentlich …. - keine Ahnung welches Wortes am besten beschreibt.

Am letzten Tag stand nochmal Muck-Tauchen auf dem Programm. Und wieder wurden wir nicht enttäuscht.

Aber ich muss nocht ein wenig arbeiten. Im allerletzten Moment muss ich doch noch das Black Sand Resort besuchen. Das hatte ich bisher nicht geschafft, und beinahe hatte ich es weggelassen. Irgendwie fand ich, dass ich Resorts genug gesehen hatte. Und dann hätte ich um ein Haar eines der nettesten Resorts auf der ganzen Reise verpasst! Genau so ein Resort, wie ich es gerne habe. Klein, gepflegt, nicht zu luxuriös. 

Das Resort liegt auf der Nordküste der Strait noch weiter im Osten als Kasawari und Lembeh White Sand Resort. Direkt vor den besten Tauchspots in Lembeh.

Besitzer ist Bruce Moore ein Kanadier, der früher in Lembeh Resort jahrelang gearbeitet hat.

In einem sehr großen Garten, (was hier am Lembeh Strait sehr ungewöhnlich ist) mit vielen blühenden Büschen und Bäumen liegen die nur 6 großen Bungalows direkt vorne am Hang mit Blick aufs Meer.

Sie haben alle balinesischen Bäder mit warmem Wasser und einen extra kleinen Raum als Kleiderschrank und für das Gepäck. Sie haben auch alle A/C, Warm- und Kaltwasser-Automat und WIFI.
In einem großen Haus ist ein Speisesaal, Rezeption, kleines Wohnzimmer mit großem TV und eine sehr große moderne Küche. Die Tische im Speisesaal sind gemütlich mit Baumwoll-Tischtücher und Baumwollservietten gedeckt.

Ein Schweitzer Ehepaar, das gerade dort war, war voll des Lobes über alles. Das Essen sei sehr gut und wird je nach Wunsch auf europäisch oder indonesisch gewürzt. Individuelle Wünsche werden gerne nachgekommen

Unten am Strand liegt der große Tauchshop. Der kleine Strand ist pechschwarz und sehr schwierig sauber zu halten. Aber der ist auch nur dafür da, dass man die Boote ins Wasser setzen kann.

Und dann mussten wir natürlich am letzten Abend Abschied feiern. Der Koch übertraf sich selber mit einem leckeren Abschiedsessen und dann wurde mit „unserer“ Besatzung gesungen und getanzt. Die drei Tauchguides Frankie, Ramos und Lorenz waren wirkliche Freunde geworden und die Bootsmänner Nelson und Odi machten viel Spaß mit uns. Genauso wie die beiden Yuko und Amelie, die uns so sehr mit den warmen Handtüchern, mit Massagen und fröhlichem Lachen verwöhnt hatten.

Allen 12 Besatzungsmitgliedern möchte ich an dieser Stelle einen ganz herzlichen Dank für 14 unvergessliche Tage sagen. Vor allem Roman Szalay, der ununterbrochen auf den Beinen war und sich unermüdlich um alles gekümmert hat.

Und dann mussten wir endgültig zurück in die „Zivilisation“. Wir wurden komfortabel zum Flughafen gefahren und flogen noch gemeinsam nach Singapore bevor wir uns wieder in alle Winde zerstreut haben.

Alles in allem war dies eine unserer schönsten Reisen, mit vielen neuen Eindrücken, aufregenden Erlebnissen unvergleichlich schönen Taucherlebnissen und jetzt wartet die Arbeit auf uns, die schönsten Resorts mit dem besten Preis-/Leistungsverhältnis auszuwählen und auf unsere Homepage zu setzen.

Rufen Sie uns an oder schicken Sie uns eine E-Mail - wir erinnern uns immer wieder gern an unsere "indonesische" Zeit.

Herzlichst
Ihre
Anne de Saint-Aubain

Enthauptung auf den Philippinen 27.2.2017

Sind die Philippinen für Touristen gefährlich? Der große Aufmacher in den Nachrichten am 27....



Mitteilung von Dolphin House Cebu

Ist Moaboal auf Cebu / Philippinen von den Typhonen betroffen worden?



Sind die Philippinen gefährlich?

Muss man sich Sorgen machen, wenn man auf die Philippinen reist?